Derzeit Aktualisierung der Website

Bereits durchgeführte Updates:

Platz 2 in der Grünen Hölle

Die Nordschleife des Nürburgrings hat ihren Beinamen „Grüne Höllle“ durch ihre anspruchsvolle und gefürchtete Streckenführung erhalten. Einmal im Jahr macht die Rennstrecke, welche als der Inbegriff des deutschen Motorsports gilt, Platz für die Rennradfahrer. Dann findet auf dem heißen Asphalt das größte und wichtigste deutsche 24-Stunden-Rennen statt. Am vergangenen Wochenende haben sich dort knapp 5.000 Starter eingefunden, von denen rund 400 als Solofahrer die Strecke alleine bewältigten.

Der 26 km lange Eifel-Rundkurs verlangt von allen Teilnehmern sowohl körperlich als auch mental das Maximum ab: Bei den 72 Kurvenpassagen sind Steuerkünste gefragt; in der „Fuchsröhre“ werden Geschwindigkeiten bis nahe 100 km/h erreicht und die 17 Prozent Steigung zur „Hohen Acht“ lassen den Schweiß aus allen Poren fließen. Insgesamt sind pro Runde 500 Höhenmeter zu überwinden, so dass jedem klar wird, weshalb die Nordschleife auch bei Radfahrern zu Recht respektvoll „Grüne Hölle” genannt wird.

Um diese Belastung Tag und Nacht, 24 Stunden, durchhalten zu können ist neben gewissenhafter Vorbereitung auch optimales Material notwendig:

Weiterlesen

Pfeiffer zwingt zur Auszeit

Infektiöse Mononukleose, Monozytenangina, Kissing Disease oder Pfeiffersches Drüsenfieber sind unterschiedliche Bezeichnungen für eine häufige Viruserkrankung, welche durch das Epstein-Barr-Virus hervorgerufen wird. Ungefähr 95 % der erwachsenen Europäer sind infiziert und danach lebenslang immun. Allerdings kann diese Erkrankung des lymphatischen Gewebes schubweise reaktiviert werden. Chronische Verläufe, welche sich über Monate und Jahre erstrecken, sind möglich. Davon sind besonders Leistungssportler betroffen, wenn deren Immunsystem zu stark strapaziert wird.
Eine ursächliche Therapie existiert nicht, lediglich bestimmte Symptome lassen sich durch Medikamente lindern. Das Motto lautet im wahrsten Sinne des Wortes „Abwarten und Teetrinken“. Soweit etwas Theorie.

Offensichtlich ist dieser Virus bei mir schon seit Mitte Mai aktiv. Damit lässt sich mein Abbruch beim Race Around Slovenia und die Schwierigkeiten bei den 24 Stunden von Melfar erklären.
Das Ergebnis der Blutuntersuchungen ist zwar einerseits beruhigend, da die Ursache für Müdigkeit, Atemwegsprobleme und Leistungsknick gefunden wurde. Andererseits stimmt die Machtlosigkeit nicht besonders optimistisch.

Nach dieser Diagnose von vor drei Wochen habe ich in den Regenerationsmodus gewechselt, um meinem Körper die notwendige Ruhe zu gönnen. Hier fällt mir allerdings die Kopfarbeit besonders schwer. Das ursprünglich für den 16. Juli geplante 24-Stundenrennen in Kelheim habe ich nur schweren Herzens abgesagt.

Derzeit ist meine Trainingsbelastung tagesformabhängig, lässt jedoch einen systematischen, zielorientierten Formaufbau nicht zu.
Trotz der nicht besonders zuversichtlichen Prognose werde ich versuchen am 20. August wieder bei den 24 Stunden am Nürburgring zu starten. Meine Titelverteidigung aus dem letzten Jahr wird dabei nicht als primäres Ziel auf dem Plan stehen. Vielmehr möchte im meinem Bedürfnis nach Rennluft und Adrenalin nachkommen.
Mein Traum für dieses Jahr wäre im September noch einmal beim Race Around Ireland an den Start zu gegen. Jedoch bedarf es für dieses Projekt neben der gesundheitlichen auch die monetäre Hürde zu überwinden.

Alles wird (irgendwann) gut! ;-)

Platz 2 bei dem 24-Stunden Einzelzeitfahren von Melfar

Dänemark? Kühl, stürmisch und bretteben!(?) Alles falsch: sonnige 28°C, kaum Wind und 420 Höhenmeter auf dem 58 km Tageskurs. Dies waren die Gegebenheiten am ersten Juni-Wochenende auf der dänischen Ostseeinsel Fünen (Fyn).
Der Start in der RAAM-Kategorie von Melfar 24, die das Windschattenfahren untersagt, erfolgte um 10:20 Uhr. Von den insgesamt knapp 300 Teilnehmern haben sich nur 12 Fahrer dieser Herausforderung gestellt. Als Aufgabe hatte jeder RAAM-Anwärter mindestens 650 km zurückzulegen, um die Qualifikation zu erreichen.

Vom Start weg habe ich ein hohes Tempo vorgelegt, wobei ich mich einerseits von meinem guten Gefühl leiten lies und andererseits den stärksten Mitbewerber, David Misch, nicht aus den Augen verlieren wollte. Immer wieder habe ich mich mit dem sympathischen Österreicher an der Spitze abgewechselt, wobei der „Mindestabstand“ einzuhalten war. Im Schlepptau haben sich immer 5 bis 10 Fahrer aus der Solo-Kasse befunden, welchen das Windschattenfahren erlaubt ist. Diese Situation war für uns nicht immer motivierend…

Mit zunehmender Mittags- bzw. Nachmittagszeit machte mir die ungewöhnliche Wärme immer mehr zu schaffen. Wahrscheinlich hatte ich zu wenig getrunken, weshalb ich nach 10 Stunden Fahrtzeit, aufgrund von Krämpfen, einen ersten Stopp einlegen musste. Dies bemerkte David und half mir auf kameradschaftliche Weise mit Magnesium weiter – Danke.

Um 22 Uhr ging es auf den 16 km Nachtkurs, der nur am Anfang eine Steigung hatte, sonst aber flach, entlang des Kleinen Belt (Lillebælt) führte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits 7 Runden auf dem Tageskurs zurückgelegt, was einer Entfernung von 407 km, bei einem glatten 35er Schnitt, entspricht. Bereits nach 2 km suchte mich ein rennentscheidender Reifendefekt heim. Aufgrund der montierten Schlauchreifen entschloss ich mich dazu zum Start- Zielbereich zurückzufahren, um ein Ersatzlaufrad zu montieren. Durch diesen Defekt büßte ich 10 Minuten, den Anschluss an David Misch und die Möglichkeit auf einen Sieg ein. Ich versuchte zwar noch den Rückstand aufzuholen, allerdings machte sich das relativ hohe Anfangstempo bemerkbar. Ohne meinen Motivator im Blickfeld, legte ich im Verlauf der Nacht immer öfters Pausen ein und mein Rückstand vergrößerte sich mit fortschreitender Renndauer.

Um 8:30 Uhr war es Zeit auf den Abschlusskurs mit 3,6 km einzubiegen. Dieser musste bis zum Ende der 24 Stunden zurückgelegt werden, wobei nur volle Runden zählten. Hier galt es für mich nur noch die verbleibende Zeit „abzusitzen“, da der Ausgang des Rennens bereits entschieden war.

Am Ende der 24 Stunden standen 777,8 km auf meinem Guthaben, was in den sicheren 2. Platz resultierte. Verdienter Sieger wurde David Misch mit einer neuen Rekordleistung von 802,6 km. Auf Platz 3 hatte sich der Däne Anders Tesgaard mit 679 km das Ticket zum RAAM sichern können. 

Lessons Learned:
1. Beim nächsten Rennen werde ich mich wieder durch meinen Leistungsmesser zügeln lassen.
2. Es wird nur absolut zuverlässiges und erprobtes  Material gefahren.

Slowenien 2011: DNF – Abbruch aufgrund akuter Bronchitis

Eigentlich sollte meine Premiere beim Race Around Slovenia an meine letztjährigen Leistungen anknüpfen und meinen Namen in der Ultraszene festigen. Leider hat mir meine gesundheitliche Verfassung einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass ich nach 883 km, auf Position 4 liegend, aussteigen musste. Damit habe ich erstmals ein DNF (did not finish) als Resultat stehen. Die Ursache dafür lag in einer akuten Bronchitis, welche mir schlussendlich den Knockout verpasste.

Dabei gestaltete sich der Beginn des Rennens für mich annähernd planmäßig:
Um 19:51 Uhr fiel mein Startschuss zum dem Rennen, auf welches ich die letzten Monate hingearbeitet habe. Vom Start weg wurde jeder Fahrer mit einer Polizeieskorte aus Postojna geleitet: Profi-Feeling pur! Eine derart super Stimmung am Streckenrad habe ich bisher bei keinem anderen Ultra-Rennen erlebt: Zu jeder Tages- und Nachtzeit; in Städten, Dörfern und den entlegensten Stellen war das radbegeisterte Slowenien auf den Beinen, um uns „Helden“ zuzujubeln.
Besonders jetzt, zu Beginn des Rennens, war es wichtig, sich nicht zu sehr mitreißen zu lassen, um den eigenen Motor nicht zu überdrehen. Dazu hielt ich mich streng an meinen eigenen Watt-Vorgaben, wobei ich mich besonders am Berg zurückhielt.
Nur sehr langsam tauchten in der Ferne die Lichter von Mitbewerbern auf, was auf ein hohes Anfangstempo aller Teilnehmer schließen lies. Nach und nach konnte ich mich um die eine und andere Position vorarbeiten. Allerdings musste ich aufgrund von Navigationsfehlern einige Extra-Kilometer ableisten, dessen längster Umweg 10 km betrug. So ist es gekommen, dass ich mich als 26. Starter auf Position 30 wieder gefunden habe. Aufgrund dieser Fehler hatte ich u.a. das Vergnügen den Slowenen Usos Komac gleich viermal zu überholen. Um verlorene Zeit wieder gut zu machen hieß es jede Pausen auf ein Minimum zu reduzieren. D.h. rote Ampeln wurden dazu genutzt Bekleidung zu wechseln, Körperpflege zu betreiben oder sogar zum Pinkeln.

Mit zunehmender Renndauer fühle ich mich immer wohler. Mein „Diesel“ lief rund und ich genoss die herrliche Landschaft Sloweniens. Es schien alles zu passen. Das ging soweit, dass genau dann ein (sauberes) Dixi am Wegesrand stand, als ich ein großes Geschäft zu erledigen hatte. Die Anfeuerungen durch Freunde (mittels SMS-Durchsagen), welche das Rennen live mitverfolgten, taten ihr übriges. (Hier besonderen Dank an Bernhard, Frank und Jens.)

Nach ungefähr 400 km habe ich mich in den Positionskämpfe um die vorderen TOP10 wieder gefunden. Eindrucksvoll ist mir der starke Jungösterreicher David Misch in Erinnerung geblieben. Dieser ist immer dann, wenn es bergiger wurde an mir vorbeigezogen, währen ich meine Stärke in der Ebene ausspielen konnte.
Auffällig war, dass je weiter ich mich in den vorderen Rängen positionieren konnte, die „Aufpasser“ immer aufmerksamer wurden. Wie konnte es auch sein, dass das deutsche Noname die eigenen Landsleute derart abhängt? Diesem Umstand habe ich es zu verdanken, dass ich eine 15-minütige Zeitstrafe erhielt, als mein Begleitfahrzeug bei orange über die Ampel fuhr – anyway.
Im weiteren Verlauf konnte ich bei Timestation 5 den österreichischen Profi Edi Fuchs und in der 7. Etappe den Slowenen Erik Rosenstein überholen. Damit habe ich mich auf Position 4 wieder gefunden und die eigene Motivation erreichte die obere Punkteskala.

Nach ca. 700 km begann allerdings die Misere ihren Lauf zu nehmen. Immer schwieriger ist mir das Atmen gefallen und Husten quälte mich. Ich konnte die Aeroposition nicht mehr einnehmen, da dies meine Brust zu sehr einengte. Instinktiv habe ich Geschwindigkeit herausgenommen, um mich erholen zu können. Meine Lunge sollte die Möglichkeit zum Abhusten des fest sitzenden Schleimes bekommen. Diese aktive Regeneration hatte die Situation zwischenzeitlich wieder gebessert, so dass ich neuen Mut schöpfen konnte. Dann ging es allerdings ab Timestation 8 (km 858) rasant abwärts. Zu den Atemproblemen gesellte sich jetzt Durchfall und ich konnte keine feste Nahrung mehr zu mir nehmen. Kurzum: mein Körper entzog sich meinem Willen. Durch den ersten größeren Anstieg in der 9. Etappe, welcher gerade einmal 300 Höhenmeter besaß, hatte meine Lunge komplett dicht gemacht. Dadurch entschloss ich mich auf der Anhöhe eine längere Pause einzulegen, in der Hoffnung, dass sich mein Gesundheitszustand wieder bessert. Leider blieb die erhoffte Erholung jedoch aus. Die Atemfrequenz in Ruhe hat sich nicht von der am Berg unterschieden. Eine Besserung war in absehbarer Zeit nicht in Sicht. Somit habe ich mich in der 2. Nacht, morgens um 4 Uhr, dazu durchgerungen aus dem Rennen auszusteigen. Nach meinem Körpergefühl hätte ich die verbleibenden 256 km nicht ohne gesundheitlichen Schaden überstehen können. Diese Entscheidung ist mir alles andere als leicht gefallen, da ich mir eine erhebliche persönliche Niederlage eingestehen musste. Angesichts der Tatsache, welche Zeit und Mühen ich in diese Rennvorbereitung gesteckt habe, ist meine Enttäuschung entsprechend hoch ausgefallen.

Die anschießenden ärztlichen Untersuchungen haben u.a. ergeben, dass ich bereits mit einem Infekt an den Start gegangen bin und es fast an ein Wunder grenzt, eine derartige körperliche Leistung vollbracht zu haben. Ich werde in den kommenden Wochen noch ein paar Gesundheitschecks durchführen lassen, um nach ausführlicher Regeneration wieder in das Geschehen der Ultraszene einzugreifen!

Saisonauftakt beim Race Around Slovenia

Am 12. Mai, ab 19:00 Uhr, fällt der Startschuss zum Race Around Slovenia 2011. Bei diesem nonstop Einzelzeitfahren über 1.150 km (gespickt mit 13.000 Höhenmetern) ist Slowenien einmal zu umrunden. Bevor die Rennteilnehmer auf die Strecke geschickt werden, ist ein Prolog über 1,8 km zu absolvieren, dessen Ausgang über die Startreihenfolge entscheidet.
Insgesamt haben sich zu diesem Rennen 59 Solostarter (57 Männer + 2 Frauen) aus 10 Nationen angemeldet. Es wird die europäische Elite der Ultraradsportler vertreten sein, wobei die Leistungsdichte auf Weltklasseniveau liegt.
Obwohl dies mein erster Start in Slowenien sein wird, habe ich mir mit einer Top-5-Platzierung ein hohes Ziel gesteckt. Dazu bedarf es neben der akribischen Vorbereitung aber auch einer Portion Glück, da bei derart langen Rennen alle möglichen Unwägbarkeiten auf Fahrer und Begleitcrew warten.

Mein Team besteht aus den schon bewährten Begleitern Steffi (Ehefrau) und Hans Will. Neu an Bord ist mein Freund, Frank Trtschka, der ehem. Guinness Weltrekordhalter im nonstop Ergometer fahren ist. Der „Ultrasportler“ ist Crewchef und ich gehe davon aus, dass er mir unterwegs gehörig einheizen wird.

 Dank modernster Technologie kann der aktuelle Rennverlauf ständig online mitverfolgt werden. Jeder Rennteilnehmer erhält ein GPS-Gerät, das live den Aufenthaltsort zeigt.
Wenn ihr mich unterwegs unterstützen wollt, könnt ihr gerne eine SMS auf die Handy-Nr. 0049 174 955 3119 schicken. Die so empfangenen Nachrichten werden mir vorgelesen und motivieren mich zu höheren Leistungen.

Die Vorbereitungen für die Saison 2011 laufen auf Hochtouren

Die weniger schöne Nachricht gleich vorneweg: Mein Projekt RAAM wird in diesem Jahr nicht stattfinden, da die erforderlichen Sponsoren nicht akquiriert werden konnten. Trotz alledem ist der Terminplan voll mit sehr interessanten Wettbewerben, bei denen ich mein Leistungsniveau präsentieren kann. Die Highlights sind dabei das Race Around Slovenia (RAS), wo ich zum ersten Mal starten werde und das Race Around Ireland (RAI), bei dem ich eine Titelverteidigung anstrebe.
Die genaue Wettkampfplanung ist hier zu finden.

Mein aktueller Trainingsstatus zeigt bereits die ersten 10.000 km für dieses Jahr, wobei ich von einem Trainingslager auf Mallorca profitiere. Das wettkampfspezifische Training hat begonnen und auch die ersten 300-km-Einheiten sind abgespult. Während ich in der Ebene bereits gut Druck auf das Pedal bringe, habe ich am Berg noch Nachholbedarf, den ich Ostern angreifen möchte…

Mein Ziel heißt Race Across America!

Das Race Across America (RAAM) ist mit einer Strecke von rund 4.900 km das mit Abstand längste Einzelzeitfahren für Radrennfahrer. Auf dem Weg von der nordamerikanischen West- zur Ostküste werden weder die Wüste Arizonas, noch die Rocky Mountains ausgelassen. Dabei geht jegliche Pause zu Lasten der späteren Zielankunftszeit. Ständig tickt die Uhr, so dass abgewägt werden muss, wann durch Schlafpausen eine Regeneration erreicht werden kann, die ein schnelleres Vorkommen ermöglicht. Es kommt nur durch, wer sowohl körperlich, als auch mental topfit ist. Weitere Notwendigkeiten sind bestes Material und eine gut eingespielte Begleitcrew, die eine Rundumversorgung gewährleisten kann. Um als offizieller Finisher gewertet werden zu können, muss die Strecke in unter 12 Tagen bewältigt werden.

Weiterlesen