Platz 2 bei dem 24-Stunden Einzelzeitfahren von Melfar

Dänemark? Kühl, stürmisch und bretteben!(?) Alles falsch: sonnige 28°C, kaum Wind und 420 Höhenmeter auf dem 58 km Tageskurs. Dies waren die Gegebenheiten am ersten Juni-Wochenende auf der dänischen Ostseeinsel Fünen (Fyn).
Der Start in der RAAM-Kategorie von Melfar 24, die das Windschattenfahren untersagt, erfolgte um 10:20 Uhr. Von den insgesamt knapp 300 Teilnehmern haben sich nur 12 Fahrer dieser Herausforderung gestellt. Als Aufgabe hatte jeder RAAM-Anwärter mindestens 650 km zurückzulegen, um die Qualifikation zu erreichen.

Vom Start weg habe ich ein hohes Tempo vorgelegt, wobei ich mich einerseits von meinem guten Gefühl leiten lies und andererseits den stärksten Mitbewerber, David Misch, nicht aus den Augen verlieren wollte. Immer wieder habe ich mich mit dem sympathischen Österreicher an der Spitze abgewechselt, wobei der „Mindestabstand“ einzuhalten war. Im Schlepptau haben sich immer 5 bis 10 Fahrer aus der Solo-Kasse befunden, welchen das Windschattenfahren erlaubt ist. Diese Situation war für uns nicht immer motivierend…

Mit zunehmender Mittags- bzw. Nachmittagszeit machte mir die ungewöhnliche Wärme immer mehr zu schaffen. Wahrscheinlich hatte ich zu wenig getrunken, weshalb ich nach 10 Stunden Fahrtzeit, aufgrund von Krämpfen, einen ersten Stopp einlegen musste. Dies bemerkte David und half mir auf kameradschaftliche Weise mit Magnesium weiter – Danke.

Um 22 Uhr ging es auf den 16 km Nachtkurs, der nur am Anfang eine Steigung hatte, sonst aber flach, entlang des Kleinen Belt (Lillebælt) führte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits 7 Runden auf dem Tageskurs zurückgelegt, was einer Entfernung von 407 km, bei einem glatten 35er Schnitt, entspricht. Bereits nach 2 km suchte mich ein rennentscheidender Reifendefekt heim. Aufgrund der montierten Schlauchreifen entschloss ich mich dazu zum Start- Zielbereich zurückzufahren, um ein Ersatzlaufrad zu montieren. Durch diesen Defekt büßte ich 10 Minuten, den Anschluss an David Misch und die Möglichkeit auf einen Sieg ein. Ich versuchte zwar noch den Rückstand aufzuholen, allerdings machte sich das relativ hohe Anfangstempo bemerkbar. Ohne meinen Motivator im Blickfeld, legte ich im Verlauf der Nacht immer öfters Pausen ein und mein Rückstand vergrößerte sich mit fortschreitender Renndauer.

Um 8:30 Uhr war es Zeit auf den Abschlusskurs mit 3,6 km einzubiegen. Dieser musste bis zum Ende der 24 Stunden zurückgelegt werden, wobei nur volle Runden zählten. Hier galt es für mich nur noch die verbleibende Zeit „abzusitzen“, da der Ausgang des Rennens bereits entschieden war.

Am Ende der 24 Stunden standen 777,8 km auf meinem Guthaben, was in den sicheren 2. Platz resultierte. Verdienter Sieger wurde David Misch mit einer neuen Rekordleistung von 802,6 km. Auf Platz 3 hatte sich der Däne Anders Tesgaard mit 679 km das Ticket zum RAAM sichern können. 

Lessons Learned:
1. Beim nächsten Rennen werde ich mich wieder durch meinen Leistungsmesser zügeln lassen.
2. Es wird nur absolut zuverlässiges und erprobtes  Material gefahren.

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