Pfeiffer zwingt zur Auszeit

Infektiöse Mononukleose, Monozytenangina, Kissing Disease oder Pfeiffersches Drüsenfieber sind unterschiedliche Bezeichnungen für eine häufige Viruserkrankung, welche durch das Epstein-Barr-Virus hervorgerufen wird. Ungefähr 95 % der erwachsenen Europäer sind infiziert und danach lebenslang immun. Allerdings kann diese Erkrankung des lymphatischen Gewebes schubweise reaktiviert werden. Chronische Verläufe, welche sich über Monate und Jahre erstrecken, sind möglich. Davon sind besonders Leistungssportler betroffen, wenn deren Immunsystem zu stark strapaziert wird.
Eine ursächliche Therapie existiert nicht, lediglich bestimmte Symptome lassen sich durch Medikamente lindern. Das Motto lautet im wahrsten Sinne des Wortes „Abwarten und Teetrinken“. Soweit etwas Theorie.

Offensichtlich ist dieser Virus bei mir schon seit Mitte Mai aktiv. Damit lässt sich mein Abbruch beim Race Around Slovenia und die Schwierigkeiten bei den 24 Stunden von Melfar erklären.
Das Ergebnis der Blutuntersuchungen ist zwar einerseits beruhigend, da die Ursache für Müdigkeit, Atemwegsprobleme und Leistungsknick gefunden wurde. Andererseits stimmt die Machtlosigkeit nicht besonders optimistisch.

Nach dieser Diagnose von vor drei Wochen habe ich in den Regenerationsmodus gewechselt, um meinem Körper die notwendige Ruhe zu gönnen. Hier fällt mir allerdings die Kopfarbeit besonders schwer. Das ursprünglich für den 16. Juli geplante 24-Stundenrennen in Kelheim habe ich nur schweren Herzens abgesagt.

Derzeit ist meine Trainingsbelastung tagesformabhängig, lässt jedoch einen systematischen, zielorientierten Formaufbau nicht zu.
Trotz der nicht besonders zuversichtlichen Prognose werde ich versuchen am 20. August wieder bei den 24 Stunden am Nürburgring zu starten. Meine Titelverteidigung aus dem letzten Jahr wird dabei nicht als primäres Ziel auf dem Plan stehen. Vielmehr möchte im meinem Bedürfnis nach Rennluft und Adrenalin nachkommen.
Mein Traum für dieses Jahr wäre im September noch einmal beim Race Around Ireland an den Start zu gegen. Jedoch bedarf es für dieses Projekt neben der gesundheitlichen auch die monetäre Hürde zu überwinden.

Alles wird (irgendwann) gut! ;-)